Antworten auf häufig gestellte Fragen


zum Thema: Reentry und Reintegration nach dem Auslandseinsatz

  1. Was ist ein "Reentry-Schock"? Was versteht man unter  "Reintegration"?
  2. Woran sollte man vor der Rückreise denken ?
  3. Wie lange dauert eigentlich der Reintegrationsprozess?
  4. Was leisten Reintegrationsseminare?
  5. Folienset zu Reentry und Repatriation
  6. Rückkehrer als Stiefkinder? 
  7. Rückkehr ins Ungewisse - ein Artikel in der 'Jungen Karriere'

Was ist ein Reentry-Schock? 
Was versteht man eigentlich unter Reintegration?

Langzeitaufenthalte in einer fremden Kultur bedeuten zwangsläufig ein gewisses Maß an Entfremdung gegenüber der eigenen Kultur und Gesellschaft. Viele Ausgereiste erleben deshalb bei ihrer Rückkehr einen Reentry-Schock. Sie durchlaufen eine Krise und leiden an Entfremdungsgefühlen, ähnlich wie bei der Eingewöhnung im Gastland. 
Die erfolgreiche Reintegration verlangt einen Eingewöhnungsprozess, der vor allem bei Einsätzen über von sechs Jahren problematisch ist. Als schwierig wird dabei vor allem die soziale Wiedereingliederung empfunden, die Wiederaufnahme alter Beziehungen und das Knüpfen neuer Kontakte. Meist kehrt man in die alte Umgebung zurück und während man sich in seiner Selbstwahrnehmung deutlich verändert und entwickelt hat, erlebt man die Daheimgebliebenen als konstant. Da diese sich aber auch verändert haben, sinkt das Interesse an den Rückkehrern meist rascher, als denen lieb ist. Akzeptiert werden sie nur, wenn sie bereit sind, sich anzupassen. Exotische Erfahrungen sind da eher hinderlich.

Im Arbeitsleben kommt es häufig zu einem Statusverlust: Selbst wenn die Rückkehr einen beruflichen Aufstieg bedeuten sollte - was keineswegs selbstverständlich ist - verliert die eigene Position das Besondere, das Herausgehobene, das sie im Ausland häufig hatte. Vor allem das hohe Maß an Selbstbestimmtheit und Selbstverantwortlichkeit bei Auslandstätigkeiten reduziert sich im Inland meist sehr stark. Oft bleibt der erworbene Qualifikationszuwachs ungewürdigt und für die neue Position ungenutzt. Die Wiedereingliederung beinhaltet daher ein hohes Konfliktpotential. Für Unternehmen, denen es bei seinen Auslandsentsendungen gerade um die Erhöhung der Ressourcen an internationalen Erfahrungen geht, stellen Reintegrationsprobleme wichtige Herausforderungen dar. Gelingt es nicht, sie angemessen zu lösen, wird der Rückkehrer kaum willens oder in der Lage sein, seine gewonnenen Einsichten und Erfahrungen nutzbringend in das Unternehmen einzubringen.

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Woran sollte man vor der Rückreise denken ... ?

Vor allem sollte man frühzeitig, d.h. 9 bis 6 Monate vor Vertragsende beginnen, sich mit dem "danach" auseinander zusetzen und sich beim entsendenden Unternehmen melden! Und nicht  erst auf der Matte stehen, wenn man bereits wieder im Land ist!

Planen Sie deshalb möglichst etwa 6 Monate vor Vertragsende 1 Woche Deutschland ein und organisieren Sie sich Ihren künftigen Job, Ihre künftige Bleibe, die Schule für die Kids etc. 
Spannende Jobs werden nicht gerade dann zufällig frei, wenn Sie irgendwann vor der Tür stehen. Je früher Sie auf der Matte stehen, desto besser sind Ihre Chancen, nicht "zwischen geparkt" zu werden!

Denn wenn Sie einige Jahre weg waren, werden viele Sie nicht mehr kennen. Reden Sie mit Ihrem "Betreuer / Mentor / Coach", sprechen Sie mit der Personalabteilung aber auch mit allen Leuten, die Sie im Unternehmen kennen und kündigen Sie Ihre Rückkehr an. 
Betreiben Sie selbst aktives Marketing! Aber bleiben Sie auf dem Teppich und erwarten Sie vor allem nicht, dass alle nur sehnsüchtig auf Ihre Rückkehr gewartet haben. Erwarten Sie auch nicht, dass mit der Rückkehr sofort ein großer Karrieresprung verbunden sein muss

Spätestens 1-2 Monate vor der Rückkehr sollten Sie wissen, wohin die Reise geht, also ihren künftigen Wohnort kennen. Denn damit ist es allerhöchste Zeit, eine Wohnung oder ein Haus zu suchen. Nichts verleidet die Rückkehr sosehr, wie mit Familie und Handgepäck in irgendeinem Hotel "zwischengelagert" zu werden, wie das leider immer wieder geschieht.

 

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Wie lange dauert eigentlich der Reintegrationsprozess?

Durchaus vergleichbar der Dauer der Eingewöhnungszeit nach der Ausreise!

Während die unmittelbare Reentry - Phase meist nach 4 bis 12 Wochen abgeschlossen ist, nimmt die berufliche und soziale Reintegration meist 6 bis 9 Monate in Anspruch. Sie ist geprägt von:

So, wie man in der Startphase im Ausland sich oft nach Deutschland zurückgesehnt hat, sehnen sich viele zwischendurch in ihr jeweiliges Ausland zurück. Und einige halten es "zuhause" nicht mehr aus, weil sie plötzlich merken, dass ihr zuhause inzwischen nicht mehr hier ist.

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Was leisten Reentryseminare ?

Ein wichtiges Instrument der Unterstützung sind Reentryseminare, wie sie von manchen Unternehmen regelmäßig angeboten werden. 
Sie bieten den Rückkehrern u.a. die Möglichkeit, die gewonnenen Erfahrungen aufzuarbeiten, sich des eigenen Qualifikationszuwachses bewusst zu werden und diese Kompetenzen gezielt für das Unternehmen und bei der Bewältigung neuer Aufgaben einzusetzen. 
 
Sie helfen Bedürfnisse und Erwartungen mit den zukünftigen Möglichkeiten im Unternehmen in Einklang zu bringen. 
Sie verdeutlichen aber auch, welche Erfahrungen und Erlebnisse die berufliche und private Reintegration oftmals erschweren. Sinnvollerweise sollten dabei die Mitausreisenden einbezogen werden.

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Stand: 17. Oktober 2017