Olympia in China – Am Anfang war der Pingpong Ball
Wenn in den nächsten Tagen die Tischtenniswettbewerbe der Olympischen Spiele beginnen, wird sich kaum jemand daran erinnern, dass mit diesem Sport alles anfing. 1971 reiste eine Gruppe amerikanischer Sportler nach Peking, um dort gegen eine chinesische Mannschaft ein Tischtennisturnier auszutragen. Als "Pingpong-Politik" ging diese Annäherung zwischen Peking und dem westlichen Ausland in die Geschichtsbücher ein. Sieben Jahre später, 1978, gründete Maos Nachfolger Deng Xiaoping in Shenzhen im Umland von Hongkong die erste Sonderwirtschaftszone und leitete damit den beispiellosen wirtschaftlichen Aufstieg des Landes ein.
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Und nun, ziemlich genau 30 Jahre nach Beginn des Reformprozesses also Olympia, das für China wahrlich weit mehr ist als ein Sportereignis. Es symbolisiert eine Zeitenwende und die neue Rolle, die die Weltmacht China nun auch wirtschaftlich und politisch international beansprucht. China verhandelt auf Augenhöhe mit den alten Supermächten und lässt sich von diesen keine Bedingungen diktieren. Und selten wusste die chinesische Regierung dabei die breite Mehrheit des Volkes so sehr hinter sich.
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Und deshalb beginnt auch Olympia 2008 wieder mit Pingpong und macht auch für den deutschen Bürger ohne bisherige China – Erfahrung anschaulich, warum die Zusammenarbeit mit chinesischen Partnern so schwer ist. Was hatten die Offiziellen des Internationalen Olympischen Organisationskomitees im Vorfeld nicht alles an angeblichen Zusagen von chinesischer Seite verlangt: Freie Presse, unbehinderte Berichterstattung, freien Internetzugang u.v.a.
Als langjährige China – Trainer kommen uns derartige "Missverständnisse" aus vielen wirtschaftlichen Verhandlungen nur allzu vertraut vor. Sicher, wir zweifeln nicht, dass Vertreter des IOK darauf "bestanden" haben werden – und vermutlich hat von den chinesischen Offiziellen auch niemand widersprochen. Aber ausdrücklich "zugesagt" wurde es vermutlich auch nicht… Das IOK hört, was es hören will. Ist den "kein Widerspruch" nicht gleich "Zustimmung"? Ist es nicht – nicht in China.
Wie soll man nun damit umgehen?
Die chinesische Regierung verlässt sich offensichtlich fest darauf, dass der Westen und seine Medien sich so verhalten wie sich auch die meisten westlichen Manager in solchen Fällen auch immer verhalten: Maulen und Schlucken und möglichst schnell vergessen – schließlich suhlt man nicht gerne in den eigenen Niederlagen.
Die Gründe sind die üblichen: 'Kann man doch nicht machen, in letzter Minute die weltweite Übertragung der Eröffnungsfeier zu boykotieren. Da hätte doch der Gebühren zahlende Deutsche Zuschauer kein Verständnis für…' – Glauben Sie wirklich, die chinesische Regierung würde nicht einlenken, wenn sie ernsthaft mit solch einem Boykott rechnen müssten? Wer hätte denn mehr zu verlieren?
Aber wie zumeist Manager in solchen für sie ungewohnten Verhandlungssituationen lieber klein beigeben, wird die Weltpresse 'wegen so einer Kleinigkeit' wie einem freien Internet-Zugang doch keine 'internationale Krise' herbeiführen…
Pingpong als olympische Disziplin: Da war China schon immer Spitze. Der weitere Verlauf der Spiele wird der Welt zeigen, wie gut China dieses Spiel beherrscht!
Wenn Sie im deutsch-chinesischen Kooperationspoker besser abschneiden wollen empfehlen wir Ihnen dringend den Besuch eines unserer China-Trainings:
http://www.ifim.de/seminare/regio/asien/china/
Wenn Sie sich für die historische Pingpong-Diplomatie interessieren, hier mehr an Infos:
http://www.allabouttabletennis.com/history-of-table-tennis-ping-pong-diplomacy.html
Copyright © 2008 IFIM
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Stand: 15. Januar 2009