Auslandsvorbereitung: Die Mitausreisenden nicht vergessen!
Manchmal ärgern sich Teilnehmer der IFIM-Pre-Departure-Trainings an dessen Ende. Nicht über Trainer, Programm oder Unterbringung, sondern darüber, dass sie ohne Partner/in gekommen sind. Sie haben allen Grund dazu.
Seit das IFIM interkulturelle Auslandsvorbereitung anbietet, sind rund ein Drittel der Teilnehmer/innen Mitausreisende, die das Programm zusammen mit ihrem Partner besuchen, die somit ein weiteres Drittel stellen. Unter den restlichen sind viele Singles, einige wenige, bei denen die Partnerin aus beruflichen oder familiären Gründen nicht teilnehmen konnte und diejenigen, die sich anschließend ärgern, eine Chance verpasst zu haben. Denn es ist sehr hilfreich, sich gemeinsam auf das Leben in der fremden Kultur vorzubereiten, in die man gemeinsam ausreist! Es ist hilfreich, wenn sich die angehenden Auslandsmitarbeiter im Austausch mit anderen mit den Herausforderungen beschäftigen, die die Mitausreisenden zu bewältigen haben. Es ist hilfreich, wenn die Mitausreisenden eine Vorstellung von den Herausforderungen entwickeln, die sich den Auslandsmitarbeitern am Arbeitsplatz stellen. Es ist hilfreich, wenn Mitausreisende andere Mitausreisende kennen lernen und erleben, dass bei denen meist die gleiche Ambivalenz zum Auslandsaufenthalt vorherrscht, die sie auch selbst verspüren. Und es ist hilfreich zu lernen, wie man sich in der fremden Kultur möglichst gut integrieren und sich einen befriedigenden Alltag aufbauen kann.
Ein Großteil der IFIM- Kunden sieht das genauso: Der Umzug in die Fremde, in der man sich erst wieder ein neues Beziehungsnetzwerk aufbauen muss und bei dem es an vielen Standorten nicht evident ist, wie Mitausreisende sie ihren Tag sinnvoll füllen sollen, bedeutet eine Belastungsprobe für die Partnerschaft. Es ist nicht nur eine 'freiwillige soziale Leistung', auch Mitausreisenden von Auslandsmitarbeitern eine möglichst gute Vorbereitung zu bieten, sondern rechnet sich: Auslandsmitarbeiter, deren Familie im Einsatzland nicht 'klar kommt', werden selten ihre volle Leistung bringen. Und wenn die Krise eskaliert und Mitausreisende 'ich gehe zurück, mit dir oder ohne dich!' drohen, werden sich viele für die Partnerschaft entscheiden und gegen die Aufgabe.
Viele entsendestarke Unternehmen wissen seit langem um die Bedeutung der Vorbereitung von Mitausreisenden. Als das IFIM vor fünfzehn Jahren seine ersten Auslandsvorbereitungstrainings durchführte, war der Anteil der Mitausreisenden ähnlich hoch wie heute. Aber gerade im mittelständischen Bereich gibt es Unternehmen, die erst in jüngster Zeit überhaupt Pre-Departure-Trainings anbieten. Manche greifen erst einmal zur vermeintlich preisgünstigeren Variante, Vorbereitung nur dem Mitarbeiter anzubieten.
Der Ärger der Teilnehmer über die verpasste Chance richtet sich aber nicht immer gegen sein Unternehmen. Manchmal waren es auch die Mitausreisenden selbst, die sich nicht trauten oder keinen Sinn darin sahen teilzunehmen. Auslandsmitarbeiter, die im Training erleben, wie interessiert sich Mitausreisende auch an den Programmteilen beteiligen, in denen es vordergründig um Arbeitssituationen geht und als wie wichtig sie in der Schlussauswertung das Training beurteilen, aber auch, wie problemlos die Kinderbetreuung funktioniert hat, geben durchaus zu, dass sie und ihre Partnerinnen selbst eine falsche Entscheidung getroffen haben. Sie fragen sich aber doch, warum sie ihr Unternehmen nicht besser beraten hat.
Das fragen sich dann auch die Trainer des IFIM. Denn dass gute Vorbereitung für Mitausreisende - und dazu gehört nicht nur interkulturelles Training - für den Erfolg der Entsendung wichtig ist, gehört nun wirklich zum gesicherten Erfahrungsbestand. Über Selbstverständlichkeiten wird jedoch selten gesprochen oder geschrieben. Darum tun wir es hier mal wieder.
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GmbH. Nachdruck erwünscht - Belegexemplar erbeten!
Stand: 16. April 2008